Protest-Tag 19.10.22

Unsere Praxis bleibt am Mittwoch, den 19.10.22, geschlossen!

Wir beteiligen uns an einer Prostestaktion des Hausärzteverbands Baden-Württemberg, der am Mittwoch, den 19.10., stattfindet.

 

An diesem Tag werden kostenlose Fortbildungen angeboten, für die teilnehmende Praxen geschlossen werden können.

 

Worum es uns geht?

Die flächendeckende Patientenversorgung und -sicherheit sind gefährdet. Das Durchschnittsalter der Hausärzt:innen in Baden-Württemberg beträgt 56 Jahre und es fehlen bereits jetzt ca. 800 Kolleg:innen. Viele Patient:innen im ländlichen aber auch im städtischen Raum finden daher bereits jetzt keine Hausärzt:innen mehr. Der Abbau von finanziellen Mitteln wird dies verstärken, da die aktuelle Situation weitere Hausärzt:innen aus der Versorgung treiben wird. Daher fordern wir:

 

  • Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) gewährleistet eine für uns Hausärzt:innen sichere sowie faire Vergütung und führt zu einer nachweislich besseren Versorgung unserer Patient:innen. Wir fordern die Politik auf, die HZV langfristig sicherzustellen und alles zu tun, um das Innovationspotential der HZV zu fördern.

  • Als Ausgleich für die aktuellen Preissteigerungen und stark steigenden Energiekosten fordern wir einen reellen Inflationsausgleich. Qualität hat ihren Preis. 100% Leistung muss mit 100% Honorar vergütet werden.

  • Wir fordern endlich eine sinnvolle und sichere Digitalisierung mit echten Vorteilen für uns Ärzt:innen und unsere Patient:innen.

  • Die Vergütung vieler Leistungen rund um die Versorgung von Corona-Patient:innen sind bereits ausgelaufen oder laufen demnächst aus, ohne dass die weitere Finanzierung geklärt ist. Die Coronapandemie ist für unsere Praxen nicht vorbei. Wir behandeln weiterhin viele zusätzliche Infektpatient:innen. Wir fordern die Politik auf, diese Leistung zu registrieren und fair zu vergüten.

  • Wir fordern endlich Wertschätzung unseres Berufs und unserer Angestellten.

  • Quelle und weitere Infos: https://www.hausarzt-bw.de/News/2022_09_30_protestaktion~n-4180

Die hausärztliche Vertretung in Dettingen an diesem Tag erfolgt durch die Kollegen Bräuchle (Tel 87404), Eisenlohr (Tel 82211) und Schlegel/ Greger-Henning (Tel 7007).

Liebe Patientinnen und Patienten,
stellen Sie sich einmal vor, Ihr Chef zahlt Ihnen in Zukunft einfach weniger Gehalt, obwohl
Sie den Betrieb maßgeblich am Laufen halten und unzählige Überstunden leisten. Statt Sie
fair zu bezahlen, überlegt sie oder er, wie weniger qualifiziertes Personal Ihre Arbeit
übernehmen kann. Und das in einem Bereich, in dem eine hochqualifizierte Ausbildung
essenziell wichtig für die Produktsicherheit ist. In genau dieser Situation befinden sich unsere
Hausärztinnen und Hausärzte.
“Ich bin dann mal weg" könnte in den nächsten Jahren zu einem geflügelten Satz werden:
Warum überlegen sich niedergelassene Ärzt:innen, in andere Berufe zu wechseln, im Ausland
zu arbeiten oder früh in Rente zu gehen? Warum finden sich keine Ärzt:innen, die die Praxis
übernehmen? Unser Beruf wird immer unattraktiver für junge Menschen. Seit Jahren warnen
Berufsverbände, dass der Ärztemangel die Patientenversorgung und -sicherheit gefährdet.
Doch die Politik antwortet nicht mit Anreizen, sondern mit weiteren Herausforderungen und
die Krankenkassen verweigern sich, uns einen Inflationsausgleich zu zahlen und eine
Anpassung des Honorars vorzunehmen.
Die Konsequenzen werden die Patient:innen tragen. Die flächendeckenden
Patientenversorgung wird in absehbarer Zeit zusammenbrechen, wenn es immer weniger
Ärzt:innen gibt und die verbleibenden Kolleg:innen werden in hohem Maße mehr- oder
überbelastet. Lange Wartezeiten, weite Wege und Frustration auf allen Seiten sind die Folge.
Die angekündigten Gesundheitskioske werden diese Lücke niemals schließen können. Man
kann eine Hausärztin oder einen Hausarzt mit langjährigem Studium und Ausbildung nicht
einfach so ersetzen.
Patient:innen haben einen Anspruch auf eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung.
Wir Hausärzt:innen sind zusammen mit unseren Praxisteams das Rückgrat des
Gesundheitswesens. Wir sind Gesundheitsexperten, Vertraute und langjährige Begleiter für
unsere Patient:innen, von Kindesbeinen bis ins hohe Alter. Wir haben in der Pandemie die

Ärmel hochgekrempelt und den Impf-Turbo eingelegt. Dank uns sind die Menschen in Baden-
Württemberg vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen.

Gesundheit und eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sind für uns eine Menge
wert. Deshalb protestieren wir Hausärzt:innen am 19. Oktober nicht nur für unseren Beruf,
wir protestieren für alle Patient:innen. Damit die Menschen auch in Zukunft eine Hausärztin
oder einen Hausarzt haben. fordern von der Politik und allen Playern im Gesundheitswesen:
• Wir fordern den Abbau von Bürokratie und endlich eine sinnvolle und sichere
Digitalisierung mit echten Vorteilen für uns Ärzt:innen und unsere Patient:innen.
• Wir fordern Wertschätzung unseres Berufs und unserer Angestellten.
• Die Bedarfsplanung im KV-Bereich muss zeitnah neu überdacht und geändert
werden.
• Wir fordern die Novellierung der GOÄ.
• Die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) gewährleistet eine für uns Hausärzt:innen
sichere sowie faire Vergütung und führt zu einer nachweislich besseren Versorgung
unserer Patient:innen. Wir fordern die Politik auf, die HZV langfristig sicherzustellen
und alles zu tun, um das Innovationspotential der HZV zu fördern.

• Als Ausgleich für die aktuellen Preissteigerungen und stark steigenden Energiekosten
fordern wir einen reellen Inflationsausgleich. Qualität hat ihren Preis. 100% Leistung
muss mit 100% Honorar vergütet werden.
• Die Vergütung vieler Leistungen rund um die Versorgung von Corona-Patient:innen
sind bereits ausgelaufen oder laufen demnächst aus, ohne dass die weitere
Finanzierung geklärt ist. Die Coronapandemie ist für unsere Praxen nicht vorbei. Wir
behandeln weiterhin viele zusätzliche Infektpatient:innen. Wir fordern die Politik auf,
diese Leistung zu registrieren und fair zu vergüten. Wir freuen uns, wenn Sie Ihre
Hausärztinnen und Hausärzte dabei unterstützen, damit Gesundheit auch in Zukunft
etwas wert ist.
Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Hausärztinnen und Hausärzte dabei unterstützen, damit
Gesundheit auch in Zukunft etwas wert ist.


Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth
Vorstandsvorsitzende
Hausärzteverband Baden-Württemberg
Dr. Susanne Bublitz Vorsitzende
2. Vorsitzende
Hausärzteverband Baden-Württemberg

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